Diskussionrunde mit Uschi Lex

Am 5. März durften wir die stellvertretende Bezirksvorsitzende der FDP Oberbayern und Vorsitzende des liberalen Mittelstands, Uschi Lex, bei uns begrüßen. Wir hatten zu einer offenen Diskussionsrunde eingeladen und freuen uns, dass 19 Teilnehmer und ein Vertreter der Presse nicht nur den Weg zu uns gefunden haben, sondern auch rege mit uns diskutierten.

Uschi Lex gab uns zunächst einen Überblick über die Schwerpunktthemen Dritte Startbahn, sozialer Wohnungsbau und Ärztemangel auf dem Land. Die anschließende Diskussion spannte ausgehend davon einen Bogen in den Bildungsbereich. Angesprochen auf den Wechsel von G8 auf G9 nannte Uschi Lex die Änderung, mit dem die bayerische Bildungspolitik nun eine Rolle rückwärts macht, eine Katastrophe – wichtig sei Kontinuität in der Bildungspolitik. Im Gespräch kristallisierte sich heraus, dass Maßnahmen erforderlich sind, um die Bildung effizienter zu gestalten. Wir laufen sonst Gefahr, in langen Schuljahren zu viel wenig relevantes Wissen anzuhäufen – und schon jetzt haben deutsche Absolventen gegenüber internationaler Konkurrenz oft das Nachsehen.

Einig war sich die Runde in der Bewertung der Berufskultur: Berufe im Pflegebereich, im Handwerk und anderen Branchen müssen wieder mehr wertgeschätzt werden. Wir leben in einer Kultur, in der bereits viele Grundschüler hohem Erwartungsdruck ihrer Eltern ausgesetzt werden – die Ziele sind immer mehr der Übertritt ins Gymnasium und ein Studium. Traditionelle Ausbildungsberufe verlieren noch weiter an Attraktivität. Dies hat bereits zu einem dramatischen Mangel an Arbeitskräften im Pflegesektor, in Handwerks- und Facharbeiterberufen geführt. Die Eintrittsvoraussetzungen in Berufen, die früher Hauptschülern offen standen, erfordern heute Realschulabschluss oder sogar Abitur. Diese Entwicklung entfernt die Erwartung immer weiter vom Bedarf. Wir waren uns einig: ein guter Rat für junge Menschen ist es, einen Beruf zu ergreifen, der zu den eigenen Interessen und Talenten passt – der wichtigste Aspekt für ein glückliches, zufriedenes und erfolgreiches Berufsleben.

Erwartungsgemäß uneinig waren sich die Diskussionsteilnehmer in Sachen dritte Startbahn am Flughafen München. Die bekannten Argumente dafür und dagegen wurden ausgetauscht. Die Empfehlung von Uschi Lex, die von unserer Ortsvorsitzenden Gabriele Blechinger bekräftigt wurde: Wir sollten uns in der Region überlegen, welche Forderungen wir der Politik entgegenbringen – welche Maßnahmen für die Region wichtig sind, um einen Ausgleich für die dritte Startbahn zu schaffen, wenn sie denn irgendwann gebaut werden sollte. Andiskutiert wurden beispielsweise bezahlbare Wohnungen für Niedrigverdiener, Ausgleichsflächen für den Flächenbedarf, eine bessere Verkehrsanbindung des östlichen Landkreises an den Flughafen und Zusicherungen für einen etwaigen Rückbau.

Insgesamt zeigte die Veranstaltung, an der auch Mitglieder anderer Parteien teilnahmen, dass überparteiliche Zusammenarbeit in der Kommunalpolitik wesentlich einfacher ist als in den höheren Gliederungsebenen: was zählt, ist die gemeinsame Suche nach den besten Lösungen. Wir freuen uns über den spannenden Ideenaustausch.